Was macht eigentlich der Ortsbeirat?

Funktion des Ortsbeirats

Sagen wir es mal so: Ein Ortsbeiratsmitglied sollte die Stimme seines Wohnquartieres sein und zusammen mit den weiteren Ortsbeiratsmitgliedern, die aus allen Teilen von Finthen kommen sollten, so eine sinnvolle Entwicklung vorantreiben.

Überall wird derzeit wieder gesagt "die Politik wird in Berlin und Brüssel gemacht!" Das stimmt auch, für Deutschland und Europa sind dies die lenkenden Stellen und dort wird die Richtung vorgegeben in die sich das Land und Europa entwickeln soll.


Doch wie in jedem größeren Unternehmen oder auch in jedem größeren Verein braucht es eine Struktur, die das umsetzt und auch bewertet, was entschieden wurde. Oder besser noch ein Stimmungsbild beiträgt um eine Entscheidung besser zu machen. Und schon sind wir beim Ortsbeirat. Die Stadt Mainz hat 15 Ortsbeiräte mit je 13 Mitgliedern und einem Ortsvorsteher / einer Ortsvorsteherin (im Folgenden Ortsvorsteher).  Der Ortsvorsteher ist der "Chef des Ganzen", er vertritt die Belange seines Stadtteils gegenüber dem Oberbürgermeister, hat das Recht an den Stadtratssitzungen teilzunehmen und hat dort auch ein Rederecht wenn es um seinen Stadtteil geht.


Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Stadtteil betreffen, zu hören, insbesondere zum Entwurf des Haushaltsplans. Er hat ein Vorschlagsrecht in allen Angelegenheiten, die den Stadtteil angehen. Er hat zu denjenigen Fragen Stellung zu nehmen, die ihm von der Stadtverwaltung / dem Stadtrat vorgelegt werden.


Also "ein Hund der bellt aber nicht beißt" werden jetzt viele denken, doch das stimmt nur auf den ersten Blick. Wer weiß denn besser über den Stadtteil Bescheid als die Menschen die dort wohnen? Nehmen wir für Finthen mal die grandiose Veranstaltung zum Thema Bürgerhaus, als Bürgermeister Beck im alten Bürgerhaus "die Lösung" Multifunktionshalle auf der Römerquelle vorgetragen hat. Könnt ihr Euch an die Stimmung im Saal erinnern? Alternativlos hat er den Vorschlag genannt! Ich glaube er hatte dann Angst. Es waren im Nachgang Ortsvorsteher und Ortsbeirat die der Stadt erklärt haben warum das Bürgerhaus wieder mitten im Ort sein muss, denn das ist was die meisten Finther wollten.  


Was sollte ein Ortsbeiratsmitglied mitbringen für den Job?


Zunächst mal sollte es sich für den Stadtteil interessieren. Menschen die sich nur für sich und die eigenen Belange interessieren sind, aus meiner Sicht, völlig ungeeignet sich für die Gemeinschaft stark zu machen. Ein Ortsbeiratsmitglied sollte "mitten im Leben stehen", im Stadtteil vernetzt sein und sein Wohnumfeld und die Bedürfnisse des Quartiers und seiner Bewohner kennen. Es sollte nicht auf den Mund gefallen sein und die Fähigkeit besitzen auch mal ein Thema zu vertreten, dass nicht zu seinen Kernkompetenzen gehört. Es sollte aufgeschlossen sein und seine Meinung auch gegen Widerstände vertreten können. "Ja und amen" gehört in die Kirche und nicht in den Ortsbeirat!


Ein Ortsbeiratsmitglied sollte immer kritisch, auch selbstkritisch, sein und ein offenes Ohr für alle haben. Es sollte eigene Interessen hinten anstellen können, offen und ehrlich sein.  Wenn sich 13 solche Menschen um den Stadtteil bemühen (aus den etablierten Parteien), dann kann der Hund Ortsbeirat sehr wohl kraftvoll zubeißen.


Das Ortsbeiratsmitglied sollte die Stimme seines Wohnquartieres sein und zusammen mit den weiteren Ortsbeiratsmitgliedern, die aus allen Teilen von Finthen kommen sollten, so eine sinnvolle Entwicklung vorantreiben.

 



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