Ihr habt Recht!

Meine Meinung zu Christopher Sitte

Ein kleines Beben wars gewesen, das Christopher Sitte nicht mehr zur Wahl antritt und lieber ein Jobangebot wählt. Hier mal meine Sicht der Dinge und viel Spaß beim Lesen.

Christophers Entscheidung so kurz vor der Wahl nicht mehr antreten zu wollen kam zur "Unzeit". Doch versuchen wir doch mal das Ganze ohne Parteibrille zu beleuchten: Ein junger Mainzer, er dürfte jetzt 45 Jahre alt sein, verheiratet und Vater, aus gutem Haus, der sich seit vielen Jahren für Mainz und die FDP engagiert hat. Sein Amt als Dezernent hat er ausgefüllt. Die Brücke ins Nichts, die Vergabe der Weihnachtsmarktstände etc. sind keine Angelegenheiten die der Dezernent alleine und im stillen Kämmerlein ausgetüftelt hat. Bei der Brücke war bestimmt auch das Amt für Liegenschaften und Andere beteiligt, da haben ALLE geschlafen! Die Standvergabe des Weihnachtsmarktes war auch keine solo- Aktion vom Dezernenten Sitte. Da hat auch die "Arbeitsebene" mitgewirkt und anscheinend beim Gedanken- machen einen Glühwein zu viel gehabt. Im Nachgang haben sich Anwaltskollegen (und nicht die günstigsten) der Sache angenommen und es kam was ganz Passables heraus. Sicherlich hat Christopher das alles als Dezernent zu verantworten, aber ihm hier, neben der Verantwortung, jetzt auch noch die inhaltliche Fehlleistung des Dezernates zu übertragen ist übersetzt! Für die, die es nicht wissen: ein Dezernat, wie auch ein Ministerium, unterliegen ganz eigenen Regeln. Wenn die Arbeitsebene nicht will, dann hat der Dezernent / der Minister (Staatssekretär) nichts zu lachen. Da fliegen oftmals mehr Messer Richtung Rücken als man denkt.

 

Zum Abgang:

Wer von den Kritikern würde ein lukratives Angebot (egal ob monetär oder einflussbehaftet) abschlagen? Ehrlich bleiben bitte! Ein Jobangebot, bei dem nicht alle Augen einer Stadt auf einen gerichtet sind und nur danach lechzen, einen Fehler zu finden. Ein Jobangebot mit ggf. einer 90 Stundenwoche aber relativ geregelten Arbeitszeiten, die auch mal ein Familienleben zulassen, ohne dass man am Samstag und Sonntag regelmäßig auf "Grinsetermine" muss. Ein Jobangebot bei dem man (später) auch mal mit der Familie essengehen kann, ohne von Bürgern oder vermeintlichen Freunden "belästigt" zu werden. Bitte daran denken, privat gab es in den vergangenen 8 Jahren für ihn nur zu Hause oder bei wirklich guten Freunden. Denkt mal drüber nach! Auf dem Weinmarkt ein Glas zu viel und schon ist man mit einer Schlagzeile in der Zeitung. Ist es ihm wirklich zu verdenken, dass er all das eintauscht gegen einen "Bankjob"? Ich denke nicht. Hätte ich genauso gehandelt?  Das kann ich erst sagen, wenn ich in der Situation bin. Kategorisch ausschließen möchte ich es nicht und ich finde, dass sollte auch keiner der "lauten Kritiker" tun! Jeder hat seinen Preis, ob in Geld oder in Macht!

 

Zur Nachfolge:

Warten wir ab, wie Frau Matz sich als Dezernentin schlägt (2010 unterlag übrigens ihr Mann bei der Wahl zum Wirtschaftsdezernenten Christopher!).  Grade wurde bekannt, dass das Ehepaar das eigene Unternehmen an KPMG verkauft hat, so ein Zufall.

 

War die "Affäre Sitte" schlecht für die Mainzer Politiklandschaft?  Ja.

 

Hätte man es besser machen können? Ja. Doch dann hätte Christopher seinen "Parteifreunden" vertrauen müssen und das wäre auch mir, bei den letzten Auswüchsen in der Mainzer FDP (Absägen vom Kollegen Strutz), schwer gefallen.

 

Ich wünsche meinem alten Schulfreund und Sitznachbarn –den ich fast 20 Jahre aus den Augen verloren hatte- alles erdenklich Gute im neuen Job. Für seine Familie wünsche ich mir, dass der Shitstorm schnell vorbeigeht und sich unsere Verantwortlichen wieder auf das konzentrieren, was gut ist für unsere Stadt Mainz. Wer eine gute Politik macht, muss die Opposition nicht fürchten.    

 



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