Fluglärmbeirat Layenhof in Wackernheim

Flugplatz Finthen bedeutet Lärmreduzierung

Wie immert, wenn es um den Flugplatz Finthen geht, wurde viel gesprochen, diskutiert und die ein oder andere Unwissenheit vorgetragen. Dabei scheinen sich die Finther doch schon lange mit IHREM Flugplatz arrangiert zu haben. Nicht nur, weil alles getan wird, dass der dortige Betrieb ständig leiser wird, sondern auch weil der Flugplatz eben zu Finthen gehört, wie die Kirche ins Dorf!

12.03.2019, 17:00 Fluglärmbeirat Layenhof in Wackernheim

 

Eines sei vorausgeschickt, ich bin für den Flugplatz Mainz-Finthen!

 

Der Saal ist gut gefüllt und auch das Gremiumsmitglied Berg findet mit der üblichen Verspätung den Sitzungsraum. Ortsbürgermeisterin und Stadtratsmitglied von Ingelheim in spe Sybille Vogt führt zusammen mit "Blümchen Katrin" durch die Sitzung. Wie üblich, wenn man solche Veranstaltungen mitten in der Woche zu normalen Arbeitszeiten ansetzt, haben kaum Bürgerinnen und Bürger den Weg in die Sitzung gefunden. Zur Formalia noch eines, leider hat man es nicht geschafft, wie sonst üblich, die Tagesordnung und die Einladung im Ratsinformationssystem auf der Ebene für Bürgerinnen und Bürger zu veröffentlichen. Lediglich der Termin war erfasst. Ist nicht so schlimm, geht ja "nur" um den Layenhof und den Flugplatz.

 

Der Luftfahrtverein, als Betreiber des Flugplatzes, stellt die aktuellen Zahlen 2018 vor. Aufgrund des super Wetters war man leicht über den 23.500 Flugbewegungen, was nun wirklich nicht verwunderlich ist. Es gibt wieder den schön fast üblichen Austausch über die festgeschriebenen Flugbewegungen und den Vorschlag des Luftfahrtvereins zur Lärmbewertung der einzelnen Flugzeugklassen, also nix wirklich neues bis zu dem Moment indem "Blümchen Katrin" endlich mal damit rauskommt, dass eine Änderung der Zahl "politisch" aufgrund der Lärmpolitik nicht salonfähig ist. Aber es scheint bei einigen in den Köpfen angekommen zu sein, steter Tropfen höhlt den Stein, dass Flugbewegungen nicht gleich Lärm sind. Einzig der zu spätkommende "Sparkassenbänker" blieb in seinem Schützengraben, aber dazu gleich mehr.

 

Wie immer in den letzten Jahren gab es keine Beschwerden beim zuständigen Amt. Und wie immer wurde das vonseiten des Beirates damit begründet, dass die Bürgerinnen und Bürger sich einfach dort nicht mehr melden, weil sie resigniert seien, da eh nix passiert! Das ist -mal wieder- eine coole Verdrehung der Tatsachen. Es kann nicht sein, dass es einfach keine so gravierenden Zwischenfälle gab, dass sich keiner dort gemeldet hat. Aber unser "Sparkassenbänker" hat angekündigt, jetzt ein Lärm- und Zwischenfallbuch zu führen und jedes Lärmereignis direkt an das LBA (obwohl Ihm erklärt wurde, dass dieses nicht zuständig ist) und den Luftfahrtverein zu melden. Achtung! Der ADAC Hubschrauber, der gestern (13.03.) in Wackernheim gelandet ist, der ist in Wackernheim gelandet und nicht auf dem Flugplatz, der zählt nicht, auch wenn er brüllerlaut war!

 

Doch bleiben wir mal beim Flugplatz, auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, es ist ein Verkehrslandeplatz mit einer Betriebspflicht und kein Sonderlandeplatz.

 

"Verkehrslandeplätze obliegen im Gegensatz zu Sonderlandeplätzen einer Betriebspflicht. Sie müssen also im Rahmen von veröffentlichten Öffnungszeiten der Allgemeinen Luftfahrt zur Verfügung stehen."

 

Wenn also ein Flugzeug, ein Hubschrauber oder ein UFO dort landen möchte muss ihm die Landung (während der Öffnungszeiten) gestattet werden, steht so im Gesetz! Wir lassen jetzt mal die §§ 12 ff, 17 LuftVG zum Bautenschutz außer Acht, denn das würde definitiv das Gremium überfordern.

 

Der Mitvorsitzende des Luftfahrtvereins, Herr Kuhn -den ich sehr schätze- hat mal am Rande einer anderen Veranstaltung folgendes Bild gezeichnet, (sinngemäß) "Wir fliegen die Kontingente jetzt noch runter und dann kann jemand anders den Flugplatz betreiben!" Das wäre doch mal was, die Stadt Mainz betreibt selbst den Flugplatz, das würde ein Chaos geben.

 

Die von den Zuständigen geforderten Maßnahmen hat der Luftfahrtverein bereits ergriffen, Landegebühren wurden erhöht und werden nochmal angehoben, Übungsflüge wurden an andere Flugplätze verlagert und die Flotte von Finthen wurde immer leiser. Natürlich gibt es noch "alte Schätzchen" die mit ordentlichem Gedonner über den Platz jagen, aber hier steht die Nostalgie im Vordergrund. Und eines ist klar, der Flugplatz gehört schon lange zu Mainz. Als unmittelbarster Anwohner seit 2006 kann ich bestätigen, es ist leiser geworden in den vergangenen 12 Jahren. Natürlich gibt es auch Ereignisse, die stören schonmal die Nachtruhe. Aber, wenn der Hubschrauberflug, der Organtransport oder der Polizeiflug Menschen hilft, dann bin ich der Letzte, der sich darüber beschwert!

 

Cool fand ich das Plädoyer von "Blümchen Katrin" zum Lärm und der Reduzierung. War es doch ihr Mitgrüner, der amtierende Wirtschaftsminister von unserem Nachbarbundesland, der jahrelang in der Opposition gegen Terminal 3 am Flughafen Frankfurt gewettert hat und dann -in Amt und Würden- den Grundstein für das Ding gelegt hat.

 

Übrigens, liebe Wackernheimer, Draiser und Lerchenberger Schreihälse gegen den Flugplatz Finthen: Wenn die Platzrunde Finthen wegfällt, dann werden die Anflüge auf FRA niedriger über Mainz gehen als bisher und damit wird es auch wieder lauter werden in Mainz.


Also, der Flugplatz Finthen trägt zur Reduzierung des Fluglärms in Mainz bei.

 



Zurück